Lebendige Insektenwiese statt toter Aschenplatz

(gym) Nach Klostergarten und Streuobstwiese haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Kaspar die Imkerei als zukunftsweisende Herausforderung entdeckt.

BienenSommerferien. Wie jede Schule wirkt das Gymnasium St. Kaspar ausgestorben. Doch der Schein trügt. Rund 50.000 Schulbienen gehen weiterhin ihrer Arbeit nach, sammeln fleißig Nektar. Und die Schülerinnen und Schüler der Umwelt-AG inspizieren – ungeachtet der Ferien – wöchentlich die drei schuleigenen Bienenstöcke. Ausgerüstet mit Schutzanzügen, Smoker und Stockmeißel haben die jungen Imker in den vergangenen Monaten alle Angst vor Bienenstichen abgelegt und begutachten fast schon professionell die Waben der einzelnen Rähmchen. Als Fachmann und Imker-Lehrer steht ihnen dabei Ralf Varchmin aus Willebadessen mit Begeisterung zur Seite. Im Mix von Theorie und Praxis vermittelt er ihnen, was „Königinnenzellenalarm“ bedeutet, was Wächterinnen machen oder wie man der Varroa-Milbe Bienen-schonend zu Leibe rückt. Und SchülerInnen wie Lehrer – denn auch die werden hier zu neugierigen Schülern – staunen über das, was diese kleinen Insekten für unser Ökosystem und für uns Menschen Gutes tun. Bienen arbeiten gegen den Hunger in der Welt. Das haben die Mitglieder der Umwelt-AG von St. Kaspar verstanden.

Da ist der Honig, den sie uns freundlicherweise schenken, eigentlich nur das Sahnehäubchen auf der Sachertorte. Trotzdem: schon die Frühtracht der drei Schulbienenstöcke brachte 22 Kilo. Die zweite Ernte gar 30 Kilo von bester Qualität. Selbstverständlich schleudern, rühren und portionieren die Schüler den Honig selbst. Kreativ-künstlerische Köpfe unter ihnen haben ein Etikett kreiert und andere, mit eher wirtschaftlichen Fähigkeiten, planen derzeit die Vermarktungsstrategie des St. Kaspar-Honigs.

Und damit wirklich drin ist, was drauf steht, verwandelt die Umwelt-AG den alten Aschen-platz von St. Kaspar in eine Magerrasen-Blumenwiese. Dabei haben sie zunächst den alten Bewuchs in tagelanger Handarbeit entfernt. Roundup nämlich, was die Arbeit merklich erleichtert hätte, war für die Umweltaktivisten von St. Kaspar selbstredend ein No-Go. Gärtnermeister und Greenkeeper Willi Tewes ist von Anfang an Feuer und Flamme für das Projekt. Er wählte den passenden Samen für diese karge ostwestfälische „Hagebuttengegend“ und half mit seiner Egge, den Boden vorzubereiten. Und auch die Fachleute der Unteren Landschaftsbehörde sind der Meinung, dass das Projekt seriös, nachhaltig und förderungswürdig ist, und unterstützen großzügig den Ankauf des teuren Samens. „Die Bienen brauchen uns“, meint Julia (12) lapidar auf die Frage, weshalb sie in den Ferien in ihrer Schule arbeitet. Und Lenn (14) ergänzt: „Besser kann ich meine Freizeit nicht verbringen.“ Solch eine Haltung überzeugt auch die Leute des WDR2 und Planet Schule. Sie haben im Rahmen der Aktion #bienenlive St. Kaspar als „Bienenfreundliche Schule“ ausgezeichnet.

Bildunterschrift: Bei der wöchentlichen Durchsicht werden die Waben genau untersucht.

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